08.04.2009  17:51 Uhr

Azaleen-Ausstellung
Fotografien von Edvard Koinberg „Herbarium Amoris“

Frankfurt am Main. Vom 8. April bis 3. Mai 2009 findet täglich von 9 bis 18 Uhr im Zelt am Oktogonbrunnen die traditionelle Azaleen-Schau im Palmengarten statt. Mehr als 1000 Pflanzen stehen gleichzeitig in Blüte und leuchten rot, rosa, lila und weiß. Wie kleine und große Bäume sehen die über und über mit Blüten besetzten Hoch- und Niederstämme der Azaleensammlung des Palmengartens aus. Die Sammlung des Palmengartens besteht aus ca. 2500 Pflanzen, von denen die schönsten für die Ausstellung ausgesucht werden. Prunkstücke der Palmengarten-Sammlung, die das ganze Jahr über in der Gärtnerei gehütet werden, sind mehr als 50 Jahre alte Bäumchen. Nur durch intensive Pflege kann man solche Prachtexemplare bekommen.

Auch auf Duft muss nicht verzichtet werden. Dank des plötzlich warmen Wetters haben sich die intensiv duftenden, großen, reinweißen Blüten von Rhododendron sesterianum rechtzeitig zur Ausstellung geöffnet. Zu den Azaleen gesellen sich weiße und rosa Hortensien, die ebenfalls sauren Boden bevorzugen. Sie teilen mit der Azalee auch ihre asiatische Herkunft. Als grüner Hintergrund und frühlingshafte Osterboten wurden in der Galerie außerdem Birken und Korkenzieherweiden aufgestellt.

Während der bis zum 3. Mai dauernden Ausstellung wird die Azaleen-Gärtnerei Jacob Strutt aus Rodenbach über die Pflege von Azaleen informieren und auch Pflanzen zum Verkauf anbieten. Gemeinsam mit der Azaleengärtnerei Elbers aus Kevelaer und dem japanischen Generalkonsul werden wir am 17. April 2009 eine
neue Azalee taufen. Die Gattung Rhododendron, zu der auch die Alpenrose zählt, gehört zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Sie ist mit ca. 1000 Arten die größte Gattung der Familie. Die meisten Rhododendren stammen aus
den Gebirgsregionen Zentral- und Südost-Asiens, den klimatisch gemäßigten Gegenden Nordamerikas und sogar Europas.

Dass Volksmund diese Gattung innerhalb der Gattung zwischen Azaleen und Rhododendren unterscheidet, ist dem Umstand zu verdanken, dass der berühmte Botaniker CARL VON LINNÉ Mitte des 18. Jahrhunderts noch
keine umfassende Kenntnis von der Gattung haben konnte. Er unterschied die immergrünen mit zehn Staubgefäßen ausgestatteten Rhododendren von den Azaleen, die nur fünf Staubgefäße besitzen und das Laub in der Kälteperiode abwarfen. Erst später wurden auch immergrüne Azaleen in Europa bekannt. Linné war der Ansicht, Azaleen würden hauptsächlich auf trockenen Böden gedeihen, weshalb er ihnen den Namen Azalea von dürr und trocken gab. Auch das war ein Irrtum: die meisten Arten gedeihen besser an feuchten Standorten. Schon 1834 wurde die Trennung zwischen Rhododendron und Azalea aufgehoben.

Rhododendren gedeihen auf sauren Böden, die gleichmäßig feucht gehalten werden müssen, an hellen Standorten ohne direkte Sonne. Beheizte Wohnzimmer und Staunässe sind ihr Tod. Wenn man sich allerdings die Mühe
macht, die genannten Bedürfnisse zu erfüllen, außerdem die Blüten nach dem Abblühen einzeln heraus bricht, und für eine gleichmäßige Nährstoffzufuhr sorgt, kann eine Azalee auch sehr alt werden. Man muss sich dann nur noch entscheiden, welche Farbe und Blütenform man bevorzugt.In der Azaleen-Ausstellung ist außerdem die Fotografie-Ausstellung von Edvard Koinberg „Herbarium Amoris“ zu sehen.

Der schwedische Botaniker und Mediziner Carl von Linnè lieferte im 18. Jahrhundert eine umfassende Systematik der Pflanzen, die sich nach der Beschaffenheit der Fortpflanzungsorgane sowie der Blühzeiten
gliederte. Fasziniert von den Schriften Linnés setzt der schwedische Fotograf Edvard Koinberg diese Aufklärungsarbeit im 21. Jahrhundert fort und zeigt die Pflanzen von ihrer erotischen Seite. Koinberg kultivierte mehrere hundert Pflanzen im Garten seines Landhauses und fotografierte sie in seinem Studio mit einer speziellen Ausleuchtung. So erscheint das Gänseblümchen oder die Butterblume ebenso wie Calla, Lilie oder die Kamelie in einem neuen Licht: jede Pflanze wird mit ihren speziellen Fortpflanzungsorganen zur Geltung gebracht. Wie Linné ordnet auch Koinberg sie entsprechend ihrer Blütezeit und widmet sich dieser Aufgabe mit der Leidenschaft seines bedeutenden Vorgängers.

„Beim Betrachten der seltsam suggestiven Fotografien von Edvard Koinberg stellt sich sofort die Frage: Was hätte Linnè davon gehalten? Ich glaube, Linnè hätte diese Bilder geschätzt. Nicht aufgrund ihres eigentümlichen ästhetischen Ausdrucks, sondern ebenso sehr, weil er wahrscheinlich das Unerwartete in einer Blume entdeckt hätte, die er zuvor unzählige Male studiert hatte. In diesen Bildern sehe auch ich das Gewohnte auf neue unerwartete Weise.“ (aus dem Vorwort von Henning Mankell)

Edvard Koinberg wurde 1964 in Stockholm geboren. Er porträtiert Pflanzen in der künstlerischen Tradition des schwedischen Zeitalters der Aufklärung, aber auch die niederländischen Maler des 17. und 18. Jahrhunderts sind wichtige Inspirationsquellen. Ausstellungen seiner Arbeiten gab es in ganz Europa und in den USA, Russland, Belarus, der Ukraine, China, Indonesien, Südafrika, Australien und Neuseeland. Zur Ausstellung „Herbarium Amoris“ ist ein Bildband (Taschen Verlag, Köln 29.99 €) mit einem Vorwort von
Henning Mankell erschienen. Das Buch ist in der Ausstellung erhältlich.

Ein Osterspaziergang im Palmengarten lohnt sich in diesem Jahr ganz besonders.

Während der Feiertage sind die Orchideen-Ausstellung, die Azaleen-Ausstellung und die Foto-Ausstellung „Herbarium Amoris“ täglich von 9-18 Uhr für unsere Besucherinnen und Besucher geöffnet. Nach dem langen Winter zeigen sich Bäume und Sträucher nun von ihrer schönsten Seite. Die Magnolien stehen in
voller Blüte, die Narzissenwiesen leuchten weithin gelb durch den Garten und das erste zarte grün überzieht die Kronen der Bäume. Die Parkeisenbahn dreht wieder ihre Runden von der großen Spielwiese zum Papageno-Theater und zurück durch den Rhododendrongarten, auf dem großen Weiher kann man wieder Ruderboot fahren oder auf der Liegewiese ein erstes Sonnenbad nehmen.

12. und 13. April, Ostersonntag und Ostermontag
Jeweils 11 bis 16 Uhr
Osterhasengärtchen im Gewächshaus auf der Spielwiese (Orchideen-Ausstellung)
Dem Osterhasen begegnen die Besucher im Gewächshaus auf der Spielwiese. Gemeinsam mit hr 4 Osternest und der Frankfurter Neuen Presse bieten wir ein abwechslungsreiches Wochenende im Palmengarten an. Am Ostersonntag und -montag (12. und 13. April) wartet im Osterhasengärtchen (im Gewächshaus auf der Spielweise) ein echter Osterhase und Kinder können – gegen ein kleines Entgelt – Ostereier suchen. Gleich nebenan gibt es obendrein die Möglichkeit, Osterkörbchen zu basteln. Der Sender hr4 sendet aus der Azaleen-Ausstellung. Dort, wie auch in der Orchideenschau, können Besucher und Besucherinnen sich über die Bedürfnisse und Probleme der jeweiligen Pflanzen informieren sowie Pflanzen und Zubehör käuflich erwerben. Bei einem Rundgang durch die Ausstellung erläutert am Ostersonntag um 11 Uhr unser Azaleen- Spezialist Manfred Undt Arten und Herkunft der prächtig blühenden Pflanzen und steht für Fragen zur Verfügung.

Quelle: Stadt Frankfurt

Weitere Informationen unter: www.palmengarten-frankfurt.de


 

(Redaktion)

  • Tags:
  • Azaleen-Schau; Azaleen-Ausstellung; Palmengarten Azaleen-Schau; Azaleen-Ausstellung Frankfurt Main P

 

AnzeigeJetzt Kühlschrank bestellen

 


Mehr zum Thema Lifestyle:

 

Kommentar abgeben »


Kommentar abgeben:
Bei einer Antwort möchte ich per Email benachrichtigt werden an meine Emailadresse: (wird nicht veröffentlicht)
 
Nach obenNach oben
business-on.de Rhein-Main - Wirtschaft und Business in der Rhein-Main-Region Frankfurt.
Infos zu Unternehmen, Gewerbeparks, Existenzgründung, Wirtschaft, Steuern, Recht, Messen, Seminare, Finanzen, Incentives, Restaurants, Weihnachtsfeier uvm. aus der Region Rhein-Main Frankfurt

© 2010 Business-on.de Redaktion Rhein-Main c/o BALLCOM GmbH.  Alle Rechte vorbehalten.



CONTENT für Ihre Webseite RSS Feeds   Alle Top-News mit Twitter